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Die Reise nach Nouadhibou

Von Rupert Neudeck und Thomas Just

Das Slumviertel von Nouadhibou Jerome Dukayio mit Thomas Just im Computerraum der Schule

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen. Das gilt mittlerweile auch für die Reise nach Mauretanien, in die dortige Hauptstadt Nouakchott und die Reise von Noaukchott zur zweitgrössten stadt des Landes, die Hafenstadt Nouadhibou. Nach Nouakchott ist es relativ einfach zu kommen. Die nächst der Ethiopean Airlines zuverlässige Linie Air Maroc bringt uns in gut drei Stunden von Frankfurt in das legendäre Casablanca, und von dort nach nur einer Stunde weiter nach Nouakchott. Das ist relativ bequem, man kommt dort um 20.35 Uhr Ortszeit an.
Die Reise am nächsten Tag in dem äußerlich bequemen kleinen Moussavir Bus (für etwa 15 Personen) macht uns mit der neuen Realität von Mauretanien bekannt: Der Drohung mit Entführungen durch eine Gruppe, die sich Al Qaida im islamischen Magreb (AQMI) nennt und sich im grenzgebiet zwischen Mali, Niger, Algerien und Mauretanien herumtreiben soll. Früher bis 2006 hiess diese Gruppe „Die Salafistengruppe für Predigt und Kampf“, danach hat sie vorgeblich oder wirklich sich dem Netzwerk Al Qaida angeschlossen. Zweimal sind solche Entführungen auch geschehen, einmal ist ein Franzose, einweiteres mal zwei Spanier entführt. Die Rallye Paris Dakar ist eingestellt, auf unbestimmte Zeit verschobenm, denn sie ging von Marokko durch die Westsahara über Mauretanien bis nach Dakar in das südliche Nachbarland Senegal. Eine terroristische Drohung allein hat ausgereicht, einen Riesen-Apparat auf einen anderen Kontinet zu verjagen Die Rallye Paris Daker findet, so erklärt man uns ungerührt in Lateinamerika statt, die nennt man immer schon die Panamericana, sie hat nicht smehr von Paris (Europa) und auch nichts mehr von Afrika an sich.

Die 450 km lange, gut asphaltierte Strasse von Nouakchott nach Nouadhibou geht durch ein Menschenleeres Land. Mauretanien ist ein riesengrosses Flächenland, hat aber nur eine Bevölkerung von knapp 5 Mio Menschen, von denen schon eine Million in der Hauptstadt Nouakchott leben.Diese Strecke fuhr man früher, als die Grünhelme vor drei Jahren das Sozialzentrum und die Schule in Noaudhibou bauten, in einem durch mit einer Kaffeepause in 5 bis acht Stunden, je nach der Fahrkunst und Ausdauer des Fahrers. Nun aber sind zwar die Busse bequemer geworden und die Abfahrtzeit ist Punkt 16 Uhr aber die Fahrt wird nicht weniger als zehnmal durch sehr strenge Kontrolle der Mauretanischen Polizei unterbrochen.- Diese Checkpoints im menschenleerem Gelände sollen abschreckend sein gegen 1. Migranten aus 15 anderen afrikanischen Ländern, die sich hier in Nouadhibou in einer geschätzten Zahl von 40.000 aufhalten, 2. gegen Terroristen, die allerdings sich kaum auf diese bewachte Strasse begeben werden. Der katholische Pfarrer von Nouadhibou, Jerome Dukayio, sagt uns nach Ankunft: es hätte schon was gebracht. Es können nicht mehr so viele Migranten durchkommen, oder sie müssen das auf unbequemeneren Wegen durch die Wüste machen.

Nun gab es am 14. -17. Februar eine Delegation des Europäischen Parlamentes, die nach Nouadhibou gekommen wearen, um sich über die lage der Migranten und der zurückgeschickten in einem Durchgangslager zu erkundigen. Diese fünfköpfige Delegation traf sich auch mit dem, der in Nouadhibou am meisten mit den Migranten oder die Klandestinen (Illegalen) zu tun hat, mit dem Pfarrer Jerome Dukayio. Er sagte, dass er sich weigere, in das „Guantanamito“ (wörtlich: kleines Guantanamo) genannte reale Gefängnis zu gehen, in das die zurückgeschickten Migranten erst mal hineingesteckt werden, aus Protest gegen diese Politik. Sein Protest ist, dass er nicht dahineingeht.
Er verlangte von den fünf Abgeordneten, dass sie sich mit Migranten unterhalten sollten und nicht nur mit Funktionären und Zustäöndigen in Noaudhiboiu. Als die Abgeordneten das zusagten, hatte er in einer knappen Stunde sechs Migranten, die den Abgeordneten Rede und Antwort standen.

Jerome Dukayio bekam von einem Abgeordneten das Versprechen: Europääische Menschenrechtspolitik müsse darin bestehen, dieses „Guantanamito“ zu schließen. Und er wurde ganz klar in seiner Einschätzung: Dieses Europa, das da dauernd über Menschenrechte quatscht, hätte schon viel mehr für die Zukunft dieser jungen Afrikaner tun können, wenn es die hohen Kosaten für die Hubschrauber, Aufklärungsflugzeuge und die militärische Taskforce für ein Berufsausbildungsprogramm und ein Mikrokreditprogramm für die Bildung kleiner Gewerbezweige aufgewandt hätten. Damit hätte man einen teil dieses Stromes von jungen kräftigen, intelligenten und fleißigen Afrikanern schon umlenken können. Die gehen ja nicht aus exotischen oder touristischen Antrieben auf diese gefährliche Reise, sondern weil sie in ihren Heimatländer keine Perspektive mehr für sich und ihre familie sehen. Diese Länder hat der junge Pfarrer Jerome Dukayio alle registriert in seinem Zentrum. Die Grünhelme sind jetzt dabei, das Sozialzentrum um eine grosse zukunftsträchtige Solaranlage plus Ausbildungszentrum zu erweitern.

Thomas Just und Rupert Neudeck sind in Nouadhibou, um die Installation einer Solaranlage vorzubereiten, die Frank Asbeck von Solarworld den GRÜNHELMEN für NOUADHIBOU versprochen hat.Darüber berichten wir nach Rückkehr aus mauretanien.

Thomas Just und Rupert Neudeck






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