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„Ndio, tuna weza“ .Yes we can
Ein Volksfest zur Eröffnung des Gymnasiums in Kasika /Süd Kivu
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Jean Claude Kibala und Rupert Neudeck
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Rupert Neudeck, Karl Bogdanow, Max Werlein (v.l) mit den Abreitern aus Kasika
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Rupert Neudeck beim pflanzen eines Baumes
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Jean Claude Kibala
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Als im Kongo die Weltbank 2005 eine Umfrage machte und den Menschen die Frage stellte, natürlich nur in den Städten, denn in den ländlichen Regionen ist die Weltbank nicht vertreten: “Wenn der Staat ein Mensch wäre, was würden Sie mit ihm machen?” Die Beliebteste Antwort lautete: „Ihn umbringen“.
40 Jahre totale Misswirtschaft, Ausbeutung, Kriege, Elend, Zerstörung jeder Staatlichkeit durch Mobutu Ssese Seko und seinen Nachfolger Laurent Desire Kabila, der mit Ruandas Hilfe die Herrschaft Mobutus beendete, haben ihren Tirbut gefordert. Die Menschen möchten den Staat, den sie eigentlich nie in dem Sinne erlebt haben, wie Europäer ihn kennen, umbringen. Sie haben ihn als Leviathan erlebt, als marodierendes Militär, als ausbeuterische Administrateure, als Wegegeld fordernde Polizisten.
Das alles soll im Süd-Kivu anders werden. Denn Jean-Claude Kibala ist zwar nur der Vizegouverneur, aber er gibt den Leuten das Gefühl, dass da zum ersten Mal in Ihrer Lebenszeit jemand ist, der sich um sie be-sorgt, und der ihr Bestes will.
Er kommt zu Ihnen, was Präsidenten und Bürgermeister, Honoratioren nie gemacht haben, die ihre Macht wie eine Gottesgnadenschaft vor sich hertrugen.
So kam er auch zur Eröffnung des Grünhelme Gymnasiums in Kasika. Die ehrgeizige Schule besteht aus drei Gebäuden, acht Schulklassen, einem Direktoren- und einem Lehrerzimmer. Die Grünhelme hatten in sage und schreibe sechs Monaten die Schule auf einem wunderbaren Hügel unterhalb des Dorfes Kasika gebaut, das auch so seine Leidensgeschichte hat, wie man erfahren kann, wenn man mit den Bewohnern vor ihren Bruchbuden und Hütten zusammensitzt. 2002 gab es ein Massaker dort, weil die Bevölkerung von Militär aus Ruanda eingekreist wurde. Vorher hatte man aus dem Dorf, das ganz ein „Mai Mai-Miliz“-Dorf war, einige Ruander umgebracht, dann kam ruandisches Militär und ermordete über hundert Menschen, darunter auch Mitglieder der Klerus der Gemeinde von Kasika. Danach war die Bevölkerung für ganze vier Jahre in die Berge geflohen und erst nach und nach zurückgekommen.
Der Weg von Bukavu nach Kasika ist in der Luftlinie 30 km, aber die serpentinenreiche Weg, den man nur mit Mühe eine Straße nennen kann, windet sich in hundert Schlingungen, um jeden Berg, ehe sie in Kasika landet, mit insgesamt 12 Brücken, die einmal die Tragfähigkeit von 20 ein nächstes Mal mit 25 Tonnen angeben. Man braucht also für eine Entfernung, die man in Deutschland locker in einer halben Stunde schaff, vier Stunden und ist nach einer solchen Fahrt einigermaßen durchgerüttelt.
Gebaut wurde diese Straße noch in der Zeit der belgischen Kolonisateure
Der Tag der Eröffnung war nun der 17. Dezember 2009, denn an diesem Tag konnte auch Jean Claude Kibala mit seiner Frau und Familie kommen. Der Präsident des Landes Joseph Kabila war für ganze vier Tage nach Bukavu gekommen und hatte noch am 16.12 ein vier Augen Gespräch mit ihm.
Bejubelt von der Bevölkerung wurde es ein ganz großes Volksfest, die Schülerinnen und Schüler der Pfarrei von Kasika, alle Bewohner des Ortes und die Honoratioren des Ortes und des Distriktes von Mwenga waren gekommen, das kongolesische Militär in seinen Führungsgestalten, kurz alles was Rang und Namen hatte, war gekommen.
Wir hatten ein Gebäude je nach den bisherigen Spenden „Ecole Emons“ genannt; zwei andere Gebäude die „Brain - School“ Die Fa. Tempobraín in der Schweiz hatte nach Anregung durch den Grünhelmen sehr verbundenen Sänger Thomas D eine große Summe von 45.000 Euro gespendet. Die Fa. Emons in Köln Porz einmalig erst mal 15.000 Euro, aber jetzt noch mal 5.000 Euro zugesagt durch Christiane Bauer, die dort eine verantwortliche Position innehat.
Einer der Arbeiter von den Grünhelmen trug das T-Shirt von Barak Obama und das gab uns das Motto des Tages: „Ndio, Tuna Weza“, Yes we can, Ja, wir können.
Das war dann auch der Inhalt der Ansprache für die Grünhelme von Rupert Neudeck, der immer noch eine mangelnde Bereitschaft der Menschen beklagte, mitzumachen. Diese Schulen können nur dann fruchtbar und produktiv werden für den Süd-Kivu, wenn die Menschen selbst mit Hand anlegen. So hatten wir den Bewohnern, den Lehrern von Kasika angeboten, das Material für den Bau des Toiletten-Traktes zu geben, wenn sie erst mal das Gelände ausschachten und selbst anfangen. Das geschah bis zur Eröffnung nicht.
Wir werden im Süd-Kivu weitermachen, aber in den vier Dörfern die wir auswählen, Bedingungen stellen, für die Unterkunft unserer zwei Grünhelme, werden die Bedingung stellen, dass das Dorf genügend Lehrer hat und dass die Schule danach vom Staat übernommen wird.
Die Arbeit wurde in einer Weltrekordzeit von unseren Grünhelmen geleistet, die sich keinen einzigen Tag frei nahmen, sondern andauernd auf der Baustelle waren: Max Werlein und Karl Bogdanow und immer wieder am Anfang, in der Mitte und am Ende von Thomas Just, der dafür sorgte, dass das Dach kunst- und berufsgerecht auf die drei Gebäude kam und auch sonst dafür da war, dass das Gymnasium nicht wackelte, jetzt bei der Eröffnung.
Ein schönes Erlebnis hatten wir, als Thomas Just und ich auf dem Rückweg die deutsche Firmengründung Pharmakina der deutschen Familie Gebbers besuchten. Der Sohn des Vaters Gebbers, Michael Gebbers führte uns durch ein gut gehendes Unternehmen, das in der Medikamentenfabrik allein über 500 Menschen aus Bukavu Brot und Anstellung gibt und über die ca 20 Plantagen zum Anbau der ChininRinde auch noch 2000 anderen.
Wir waren sehr angetan und konnten uns vor der Leistung dieser deutschen Pioniere nur verneigen, die sich weder durch die Kriegsereignisse 1996 noch durch die Nachfolgen des Völkermordes 1998 noch durch den Angriff des Ruandischen Tutsi Rebellen Nklunda auf Bukavu irritieren ließen und diese gewaltig auf höchstem medizintechnologischen Niveau arbeitende Firma aufrecht erhielten. Das scheint uns Grünhelmen die beste Entwicklungshilfe zu sein, die man mit diesen Menschen im Süd-Kivu überhaupt je machen kann.
Die Eröffnung des Gymnasiums klang aus mit Tänzen und einem Sketch der Arbeiter, und einem kleinen Essen in der Pfarrei von Kasika, wo wir noch Gelegenheit hatten mit unserem Vize Gouverneur, der auch der Gouverneur der Kongolesen ist, zusammenzusitzen und unsere weiteren Pläne für die Zukunft zu schmieden. Alles unter dem Motto:
„Ndio, tuna weza“ Yes we can.
Rupert Neudeck
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Nelson Mandela:
Wer Haß spürt,
kann nicht frei sein.
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