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Zwei Grünhelme in der No-Go-Area Kibera in Nairobi
Zu einem Besuch in dem Squatter-Viertel Kibera in Nairobi
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Kibera, das ist eines der Viertel von Nairobi, in die man nicht hineingehen soll. Wir waren jetzt in Nairobi und haben uns mit Pater Renato Serena Kizito dort umsehen können. Pater Kizito ist ein Comboni Father, oder - wie man den italienischen katholischen Orden auch nennt - ein Verona Father, der in Nairobi und in Kenia eine wunderbare Arbeit für Jugendliche und Kinder macht, die auf der Strasse liegen – buchstäblich und im übertragenen Sinne. Ich kannte ihn schon aus der Zeit (1996f) unserer Arbeit in den sudanesischen Nuba Bergen. Jetzt wollte er uns wieder sprechen, auch weil er unseren Grünhelme Kurator Ullrich Kasparick kennengelernt hatte bei einem Besuch von Kasparick in Nairobi.
Kibera ist ein Monstrum, es liegt mitten in der 5 Millionen Stadt Nairobi und ist eigentlich ein Gebiet, das ausgegrenzt ist: es gehört nicht zu Nairobi, nicht zum Land, die Menschen sind auch kaum Staatsbürger, sie haben in dem Squatter Camp sich eingerichtet ohne jede hygienische Einrichtungen, ohne Wasser, ohne Strom.- Das große Gebiet dieses dreckigen Elendsviertels liegt um die Eisenbahnstrecke herum, die eine Fußgänger Tangente ist und die nur zweimal am Tag von den Bewohnern für den Mombasa Nairobi Zug freigemacht werden muss.
Wir kamen in ein Physiotherapeutisches Zentrum, in dem Kinder behandelt werden, die mit ihren Behinderungen in Kibera, aber auch in Nairobi versteckt werden. Gleichzeitig gibt es daneben ein „Rescue Haus“(Rettungshaus), in dem Straßenkinder eine Bleibe finden, in der sie nicht nur geduldet, sondern liebevoll betreut werden. Jack Matika ist der einer von Father Kizito angestellte Sozialarbeiter, der uns dann noch durch den schlammigen Untergrund von Kibera führte.
Wir kamen in das Haus am Rande von Nairobi, in denen dann 60 Jungen (an einem weiteren Ort auch entsprechend so viele Mädchen) zwischen 10 und 18 Jahren ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft finden, in dem sie durch Schule und Arbeit, durch gute Erziehung und durch das Geliebtwerden der Betreuer wieder zurückfinden zu einem richtigen Menschenleben.
Das sind z.. T. eben auch ex Straßenkinder in Nairobi.
Kizito selbst hat eine große Organisation in Nairobi mit seiner „Koinonia“ aufgebaut, wo er in eigenen großen Häusern den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, Berufe, Computer und Sprachen zu lernen, Sport zu betreiben, Fußball, Volleyball und Boxen in eigenen Kursen zu üben. „Koinonia“ (griechisch, dt. Gemeinschaft) hat eine wunderbar engagierte Form gefunden, inder sich die Jugendlichen selbst organisieren.
Zu Kenya kann einem nichts Gutes einfallen. Die Korruption ist auf dem Vormarsch fast so schlimm wie in den schlimmsten Zeiten von Mobutu im Kongo-Zaire. Kizito hatte vier Kleinbusse für Touristen mit seinen Ex-Straßenkindern im Einsatz, die er aber jetzt eingestellt hat, weil an jeder Ecke wieder eine Gebühr (bribery) durch die Polizei eingesammelt wird.
Die Bewohner von Kibera sind zwar nicht Bürger ihres Landes, keine Regierung hat sich je um sie gekümmert, aber nur einmal sind sie aufgerufen, etwas an einem Tag zu tun. Es werden dann von dem Staat, der dieses Gebiet sonst nicht kennt und wahrnimmt, polling stations, also Wahlkabinen eingerichtet. Und die 150.000 oder mehr Einwohner von Kibera dürfen wählen.
Ein Kenianer (Jan Parker) schrieb an dem Tag, als wir unterwegs waren durch die hoffnungslosen und völlig außen vor gelassenen Wohngebiete dieser Bewohner in einer keninanichen Zeitung. Jan Parker schreibt, er sei kein Bürger in Kenia geworden, obwohl er in Kenia lebt, denn seine Großeltern seien hierher 1903 gekommen und seine Mutter sei hier geboren. Aber immer wenn er in den zuständigen Ämtern war, bat der Mann ihn um „tkk“ (Toa kila Kitu) also eine Bestechungssumme, damit er den kenianischen Passport bekommen würde. Er lehnte ab, denn man solle seine Staatsangehörigkeit nicht wie eine Banane kaufen.
Auch der Anti-Korrptionszar John Githongo äußerte sich in derselben Zeitung (The EastAfrican, 2. November 2009) zu den Problemen seiner Landsleute. Es gab eine solche weltweite und Afrikaweite Begeisterung, als 2002 die neue Regierung unter Präsident Kibaki der Korruption der Kampf angesagt hatte und Jiohn Githiongo geradezu zum Minister für die Bekämpfung der Korruption eingesetzt wurde. Als er aber einen schweren Korruptionsfall entdeckt hatte und ihn auflösen wollte, wurde er bedroht und musste ins Exil nach England gehen. John Githongo sagte nach seiner Rückkehr nach Kenia etwas, was wir – Thomas Just und ich auch – auch empfunden haben: Die Frauen sind diejenigen, die Kenia zusammenhalten, nicht die Politiker. Wie bekannt ist Kenia das Land mit den meisten Ministern und Vizeministern (bei 52 Ministerien insgesamt 94 Minister), die alle je 30.000 US verdienen und jeder bekommt noch seine Apanage, das heißt die Gebühren für den Gesundheitscheck im Ausland, das eigene Dienstauto, die eigenen Spesen für die Aufwendungen. Die Frauen ständen in der heftigen Opposition zur Gewalt, die in Kenya bei den Unruhen Ende 2007/ Anfang 2008 soviel an Menschenleben gekostet hat. Er zitiert eine Frau, die ihm bei einer Versammlung in Uasin Gishu sagte:
„Wir mögen dieses Ding namens Demokratie nicht, das dazu führt, dass unsere Söhne gemordet werden und unsere Söhne zu Mördern werden“.
Wir haben Father Kizito versprochen, mit ihm in Vebindung zu bleiben und ihm gegebenfalls auch eine Hilfestellung zu geben.
Rupert Neudeck
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Nelson Mandela:
Wer Haß spürt,
kann nicht frei sein.
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Eröffnung der 20. GRUENHELME Schule in Drahttut in West-Afghanistan
Die 18. Schule in Malume / Afghanistan eröffnet
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