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Kein Baustop für israelische Siedlungen.
Aber ein strikter Baustop für Palästinenser im eigenen Land.
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Daoud Nassar und Thomas Just
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Mensa des Tent of Nations
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Daoud in Kapelle
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Von Rupert Neudeck
10.07.09
Obama scheint sich in Kairo geirrt zu haben, als er versehentlich einen Baustop an den israelischen illegalen Siedlungen in der Westbank verlangte. Denn zumindest in dem nach Oslo so genannten Gebiet C des künftigen palästinensischen Staatsgebietes gibt es einen absoluten Baustop für die Palästinenser. Während sich die Israelis und ihre Siedler weiter einer ungehemmten und nicht beendeten Bautätigkeit in ihren Siedlungen, mit ihren Außenposten und auf ihren Strassen und Tunnels erfreuen, dürfen Palästinenser nichts bauen.
Wir sind wieder auf dem Weinberg Daher des Palästinensers Daoud Nassar, der dort ein Begegnungszentrum für junge Leute aus aller Welt eingerichtet hat. Dieser Palästinenser hat das Begegnungszentrum auf dem Berg seiner Familie angelegt und nennt es Tent of Nations. Es ist auch ein Zelt, das heisst eigentlich drei grosse Zelte, in denen junge Rucksacktouristen für 20 Euro am Tag leben, wohnen, schlafen und sich ernähren können. Für die Begegnungsstätte auf dem Berg hat Daoud Nassar vor einiger Zeit sieben Strafbescheide bekommen, die nicht etwa Geldstrafen vorsehen, sondern die Strafaufforderung der Selbstzerstörung dieser Gebäude. Falls er dieser Aufforderung nicht nachkommt, droht ihm der Israelische Bulldozer, der diese sieben Bauten platt macht.
Und, worum es sich handelt? Es geht einmal um die drei Großzelte, die für die Ziviladministration Israels Bauten darstellen und daher unter das Bauverbot fallen, das US-Präsident Barak Obama in Kairo eigentlich für die Israelischen Siedlungen gefordert hatte.
Es handelt sich um ein Vorderdach, das zu einem schon existierenden Haus gehört. Und es geht um eine in den Boden gegossene Zisterne sowie um einen Toiletten und Duschtrakt für die vielen jungen Leute und Schülerinnen und Schüler, die hier vorbeikommen.
Kurz; diese Verfügungen werden alle strikt eingehalten. Und das Damoklesschwert der Zerstörung durch Bulldozer schwebt weiter über Daoud Nassar.
Dieser Berg verfügt über einige Höhlen, weil früher die Familie in einer Höhle wohnte. Es ist weiter im Raum Hebron durchaus üblich, dass man in solchen Höhlen wohnt und sie auch wegen der angenehmen Kühle in der Hitze weiter behält. Nun aber hat Daoud Nassar Sorge, dass die Solaranlage, die ihm die Grünhelme über eine deutsche Firma und die israelische Firma SHIRASOL gekauft haben und die auch auf dem Berg angekommen ist, auch als Bauaktivität ausgelegt wird. Und da der Berg unter guter Beobachtung liegt von vier israelischen Settlements drumherum, kann das auch sehr bald geschehen. Nun kann Daoud Nassar gemeinsam mit dem Grünhelm Thomas Just nicht den Ausweg beschreiten und die Panel der Photovoltaik unter die Erde bringen. Photovoltaik und Solarenergie braucht nun das Ausgesetzt-sein zur Sonne hin, kann also keine unterirdische Platzierung ertragen.
Ich war jetzt mit Thomas Just am 9. Juli zum ersten Mal wieder auf unserem Berg, dem Weinberg Daher. Da hat sich eine Menge getan. Wieder arbeiten vier Zivis auf dem Berg sowie der Bruder des Daoud Nassar. Daoud hat eine unterirdische Zelle für die kühle Unterbringung der Batterien gebaut. Heute hat Thomas Just gemeinsam mit ihm diese schweren je 70 Kilo Batterien alle in diesen betonierten unterirdischen Raum gebracht. Alle Pakete, in denen die Solaranlage dank der Vermittlung der israelischen Firma Shirasol verpackt war, sind hier her auf den Berg angekommen.
Das war natürlich eine Transportaufgabe der besonderen Art, geht es ja nicht in einen anderen Zollstaat, sondern über Israel durch eine Mauer in ein Gebilde, das nicht zu beschreiben ist: Palästina.
Auf dem Berg muss ein Teil des Daches das bisher mit einer Art Wellblech ganz sicher für die schweren Panels nicht stark genug ausgerüstet ist, verstärkt werden. Deshalb wird Thomas Just dieses Verstärkungen vornehmen, die Materialien dazu noch an dem kommenden Wochenende einkaufen und diese Arbeit in der nächsten Woche beenden, bevor der Solaringenieur Fabian Jochem eintrifft, der dann letzter Hand die Anlage zum Laufen bringen wird.
Zur Feier dieses Licht-Ereignisses und zur Feier der Eröffnung des Solar-Sonnenlicht-Zeitalters in Palästina werden wir uns etwas einfallen lassen. Der Berg verfügt über ein Amphitheater(Salomontheater) wo man entweder ein Konzert oder ein Theaterstück geben könnte. Der Berg verfügt über eine Küche und eine kleine überdachte Mensa, wo man ein für die hiesigen spartanisch einfachen Verhältnisse lukullisches Mahl vorbereiten kann (Alfred Biolek?) Und Daoud Nassar hat als christlicher Palästinenser auch eine schon existierende Naturhöhle auf dem Gelände zu einer wunderschönen kleinen Höhlenkapelle ausgebaut mit einem blauen Himmelszelt im Fels und darin einem Stern von Bethlehem. Unser Traum, dass wir im August/September einen Bischof einer christlichen Kirche und zwei oder drei Abgeordnete des Bundestages und zwei Bürgermeister zweier nicht zu kleiner Gemeinden in Deutschland dorthin bekommen.
Diese deutschen Gäste sollten mit den anwesenden Palästinensern der Nachbargemeinde Nahhalin und wenn möglich auch bei Einladung der israelischen Siedler das Solarzeitalter in Palästina und Israel begiessen und feiern.
Die vier Siedlungen, die das Leben für den Daoud Nassar nicht so einfach machen, sind Betar Illlit, Alon Shvout, der sog. illegale Außenposten Elizar und das Settlement Newe Daniel.
Kürzlich hat sich eine Besucherin eingefunden, die wiederum mit einer Siedlerin bekannt war, die sie dann eingeladen hat auf den Berg zu kommen. Diese Frau kam und war ganz verwirrt. Einmal wusste sie gar nicht, dass sie auf diesem Berg Nachbarn hatte, dann hat sie auch nicht gewusst, dass es Menschen in ihrer Reichweite gibt, die Wasserprobleme haben. Sie erzählte, dass man in Newe Daniel grosse swimming pools habe.
Kurz, wir rechnen damit im August/September/Oktober das Solarzeitalter in Palästina zu eröffnen.
Die Anlage selbst und das Licht aus der Sonne werden den Berg daher und das Begegnungszentrum Tent of Nations schon ab dem 25. Juli erhellen.
Das Motto, unter dem das gesamte Unternehmen unseres großartigen Freundes Daoud Nassar läuft, steht in Stein gemeißelt am Eingang des Berges:
We REFUSE TO BE ENNEMIES. Wir lehnen es ab, FEINDE zu SEIN.
Rupert Neudeck
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Nelson Mandela:
Wer Haß spürt,
kann nicht frei sein.
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