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Zivile Demonstration in Beit Jalas Stadion

Zu dem Höhepunkt der AKTIONEN der "KINDER ABRAHAMS" in BEIT JALA am 9. Juli 2009

Friedensdemo Beit Jala Vertreter Muslime, Christen, Juden bei Demo BEit Jala Keine Militärs mehr: Tänzer

Wer hätte das noch vor fünf Jahren gedacht? Damals gab es nur Demonstrationen und Umzüge, auf denen die bewaffneten Formationen der verschiedenen palästinensischen Parteien in die Luft schossen und sich martialisch gebärdeten. Das war bei der Demo am 9. Juli ganz ausgeschlossen. Es war nicht nur gänzlich unbewaffnet, und wenn man so will ein fröhliches Volksfest, beherrscht von den Fanfarenzügen und den Trommlerbands der verschiedenen christlichen Pfadfinder. Es war nicht nur eine grosse Demo der grossen Religionsgemeinschaften, der Muslime um den Grand Mufti von Hebron, Taisir el Tamimi, um den evangelischen Bischof Munieb Younan, um den griechisch Orthodoxen, um den Vertreter der jüdischen Friedensbewegten Gruppe „Rabbis for Peace“, Rabbi Arik Asherman. Es war eine rein zivile grosse Demo, um die berechtigten Forderungen der Palästinenser nach Recht und Gerechtigkeit ernst zu nehmen und in die Welt zu posaunen.
Der christliche Erzbischof und der Gross Mufti von Hebron traten sehr demonstrativ gemeinsam auf, um der Welt das Zeichen zu geben, dass die Christen und die Muslime bei ihrem Kampf gemeinsam stehen. Die „Combatants for Peace“ hatten als ihren Vertreter Arner Wishnitzer geschickt, der bei dieser palästinensischen Demo eine lange grosse und beifällig bedachte Rede hielt.
Es war wie ein Wendepunkt. Natürlich löst das nicht die Probleme der palästinensischen Gesellschaft zwischen Fatah - der als korrupt geltenden Elite um den sog. Präsidenten Mahmoud Abbas und der radikalen Hamas, die immer noch von der Welt geschnitten wird. Aber es ist ein gutes Zeichen dafür, wie anders sich die Kräfte heute organisieren, die für Palästina etwas herausholen wollen.
Auf deutscher Seite auch ganz neue Gesichter, die dem Kampf um Gerechtigkeit und den zweiten Staat der Palästinenser einen ganz neuen Schub geben können. der Oberbürgermeister von Jena Dr. Albrecht Schroeter war der deutsche Held der Demo. Er hatte den Mut, für seine 100.000 Einwohner Stadt ein Kooperationsabkommen mit der Gemeinde von Beit Jala abzuschließen, Mut deshalb, weil das bisher nur die Grosstadt Köln fertig brachte (die eine Partnerschaft neben der mit >Tel Aviv auch mit Bethlehem begann).
Er bat bei der Versammlung um mehr Unterstützung anderer Gemeinden und Bürgermeister in Deutschland. Denn das sei die Ebene, auf der man für Menschen in Palästina etwas tun könne.
Die Menschen in Palästina haben schon sehr viele Freunde in Deutschland, sagte Dr. Schroeter bei seiner Rede, aber die Unterstützung könne noch grosser werden. Und er werde sich in Deutschland dafür einsetzen.
Den Teilnehmern war klar, dass es nicht mehr um Deklarationen und papierene Anmutungen gehen dürfte. Israel zerstört das für den Staat vorgesehene Gebiet jeden Tag durch den Bau weiterer Siedlungen und durch die Ausweitung und Annexion weiterer landwirtschaftlicher Gebiete.
Die Tage der Friedenswoche der "Kinder Abrahams" in Beit Jala waren ein Beweis dafür, wie man den Palästinensern beistehen kann: Einmal - in dem man an ihrer Seite steht und auch physisch dabei ist, ihnen die Hand gibt und ihre Lebensbedingungen unterhalb und in ihrer Isolation für ein paar Tage teilt. Und zweitens - indem man warnend auch der deutschen Regierung sagt: wenn man Israel so weiter agieren lässt bei der militärischen Sperrung der Westbank, dann zerstört man die letzte Chance, einen eigenen Staat zu machen. Dann gibt es das Abziehbild des Apartheidstaates mit einigen Bantustans zwischen schwer eingemauerten Siedlungen, die mit dem Kernland Israel durch riesige Strassen verbunden sind, die nur für die Juden Israels passierbar sind, aber nicht für die Palästinenser.
Das Ganze fand am 9. Juli sehr absichtlich statt. An diesem Tag jährte sich zum fünften Male der Tag, an dem der Internationale Gerichtshof in Den Haag sein Urteil 2004 zum Mauerbau des Staats Israel abgegeben hatte. Damals wurde der Staat Israel aus völkerrechtlichen Gründen verpflichtet, diese illegale Trennmauer wieder abzureissen. Die Tatsache, dass der Staat Israel bisher nicht darauf reagiert hatte, sagt nichts über die weltweite Gültigkeit des Urteils.
Rupert Neudeck 10.07.09

Rupert Neudeck






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