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Die Begegnung an der Trenn-Mauer ist geglückt

von Rupert Neudeck, z. Zt. Beit Jala 7.7.09 Abrahams Herberge

Uri Avnery Rabbi Arik Asherman (Rabbis for Peace) Flüchtlingslager AIDA

Es ist ein kleines Stück der Mauer, die noch nicht fertig ist, wenn man von Beit Jala heruntergeht in das Tal. Dort hatte die von der Abrahams Herberge und Kreisen der evangelisch- lutheranischen Kirche organisierte Friedenswoche ihren ersten Höhepunkt. An diesem Platz ist 'nur' der Sicherheitszaun. Dort sollten sich friedlich die Muslime- Palästinenser, die Christen-Palästinenser und Juden aus Israel treffen und gegen den Skandal der Trennmauer protestieren.

Die jüdischen Teilnehmer waren über den Berg Gilo gekommen, wo es auch ein Settlement gibt. Dort konnten sie ohne Verletzung bestimmter Legalität des Staates Israel an diesen Zaun kommen, der künftig eine Trennmauer werden wird.

Die Tage der Friedenswoche sind an ein Datum geknüpft: Am 9. Juli 2004 erging das Urteil des Haager Internationalen Gerichtshofes, der den Bau der Trennmauer aus völkerrechtlichen Gründen untersagte und Israel verpflichtete, sie wieder abzubauen.
Nun kam es nach einem Mittagessen im Deheshte Flüchtlingslager in Bethlehem zu der Fahrt mit drei Bussen der meist deutschen Teilnehmer an der Friedenswoche hinunter in das Wadi Ahmad. Dann begegneten sich im Tal an dem Trennzaun etwa hundert Teilnehmer der Friedenswoche und fünfzig israelische Teilnehmer aus der Friedensbewegung, die alle mit einer Rose kamen.

Die Teilnehmer auf der anderen Seite, also die Christen und die Muslime hatten eine andere symbolische Gabe durch den Zaun zu reichen. Jeder christliche Teilnehmer bekam drei Kerzen, jeder muslimische drei Brote, die israelischen Friedensaktivisten hatten drei Rosen in der Hand, durch den Zaun wurden je zwei dieser symbolischen Geschenke abgegeben an die Freunde auf der je anderen Seite.

Das Ereignis wurde noch größer und reicher durch die Anwesenheit auf der jenseitigen Seite des Zauns von Rabbi Arik Ashermann, auf der hiesigen von Uri Avnery, der es sich mit seiner Organisation Gush Shalom nicht hatte nehmen lassen, mit einer starken Delegation auf der eigentlich für Jüdische Israelis verbotenen Seite der Mauer bzw. des Zauns aufzutauchen.
Es wurde eine bewegende Begegnung, es wurden die großen Lieder der Friedensbewegung („We shall overcome…“) gesungen, die symbolischen Geschenke wurden ausgetauscht. Die israelische Armee hielt sich zurück, sie wirkte aufgeregt, als die jüdischen Aktivisten den steilen Berg von Gilo herabkamen. es gab rauschenden Beifall und Hochrufe, als die jüdischen Friedensaktivisten den Berg herunterstolperten. Die schöne Begegnung der Königskinder, der Palästinenser und der jüdischen Israelis, von Christen und Muslimen und Juden und Deutschen konnte die Grenzpolizei nicht mehr stören.

Rupert Neudeck, Beit Jala





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