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Bombardierungen und Nothilfe - Pakistan gerät in eine schwierige Menschenrechtslage
GRÜNHELME haben die ersten Häuser in dem ersten Dorf fertig. Von Nedim Goletic und Rupert Neudeck
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Das Dorf und die Dorfältesten fangen an zu diskutieren – schreibt uns unser Grünhelm Nedim Goletic aus Pakistan - , ob das Haus, das sie jetzt bauen, vielleicht eine größere Terrasse haben soll und ob die Türe aus Eisen oder Holz sein soll. Das ist ein Zeichen, dass das Leben ins Dorf zurückkehrt. Die Leute vom Dorf haben nichts, sie hatten auch vorher nichts. Es fehlt ihnen der Bezug zum materiellen Wert. „Wenn ich ihnen sage, das Haus, was wir mit ihnen bauen, kostet 150.000 Pakistanische Rupien, gucken sie, als sei das nichts. Manchmal denke ich, die Superreichen und die Superarmen haben beide keinen Bezug zum Geld. Nur: dass die einen alles haben und die Armen eben gar nichts“
Die Pakistaner würden sagen: Same, same but different.
Der Ziegelhersteller kann weder schreiben noch lesen, es bleibt also schwer, mit ihm über Mengen und Preis zu verhandeln. Wenn ich ihm in Aussicht stelle, dass wir 100.000 Ziegeln bei ihm kaufen werden, das sagte ihm kaum etwas. Vielleicht sagt er sich, das seien 5000 Ziegel und dann ist der Preis unveränderbar. Erst als ich mit seinem Bruder – der geholt werden musste, denn sonst hätten wir keine Rechnung schreiben können – beraten habe, sagte er zu, 1000 Ziegel nicht mehr für 3000 Rupien, sondern für 2500 Rupien zu verkaufen. Dann sagte er noch ganz stolz: „Ich werde an keinen anderen verkaufen als an Euch!“ Ich bedankte mich und sicher ihm das Geschäft zu. 50.000 Rupien für uns bei einem Gespräch ohne Übersetzer. Dafür kriegen wir eine komplette Dachkonstruktion. Die Leute sind von der Qualität der Ziegel begeistert.
Ganz wichtig wird es werden: die Menschen müssen nach Ihrer Rückkehr in die Dörfer auch Nahrung bekommen. Es gibt jetzt in zerstörten Dörfern auch keine Ernte, die eingefahren werden kann. Die Menschen müssen mindestens 4 – 5 Monate versorgt werden. Nedim Goletic unser Grünhelm-Vertreter hat am 14. Oktober in Karachi mit einer Bundestagsdelegation im deutschen Konsulat diese Probleme erörtert. Die haben leider keine Zeit, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen.
Die Arbeit in Pakistan ist schwierig, weil es eigentlich keine Regierung gibt. Das heißt, es gibt in Islamabad zwar eine, aber die tritt in vielen Bereichen und Provinzen als solche nicht in Erscheinung. Statt dessen leiden die Mehrheit der Menschen unter einem Feudalsystem, das in Gestalt der Landbesitzer über eine fast international geächtete Form von Leibeigenschaft verfügt. Die Verflechtungen mit den amerikanischen Interessen sind so stark, dass in diesem Land einer Naturkatastrophe gleichzeitig die USA mit vielen Mitteln und viel Geld helfen, andererseits aber seit Monaten Predator – Drohnen in das westpakistanische Gebiet und besonders dort in das Tal schicken, um dort zu bombardieren. Also ein Land zu bombardieren, ohne diesem Land den Krieg zu erklären. Der Pakistanischen Regierung aber scheint das Recht zu sein.
In der Süd-Provinz Sindh, in der wir in dem ersten Dorf Sikane Ali Khoso arbeiten und bereits sechs Fundamente für die Häuser gegossen haben, haben wir eine erste Arbeit angefangen mit dem Bau von Häusern durch die Familien, die ihre Häuser verloren haben. Ende dieser Woche werden die ersten 22 Häuser fertig sein. In dem ersten Dorf werden es 25 Häuser sein, die zu bauen sind. Ein Haus wird drei Räume haben, ganz einfach sein: Wohn-Schlafraum, Küche, Toilette.
Die Menschen in Pakistan erwarten alle einen Sturz der eigenen Regierung, die sich bei der Flutkatastrophe und über 20 Mio betroffenen Menschen eigentlich nur blamiert hat. Man weiß nicht, ob es wieder eine Regierung von Gunst und Gnaden der pakistanischen Armee sein wird, oder ob es andere politische Kräfte sein werden, die sich hier bemühen, wie z.B. die Gruppe der höchsten Richter, die eine sehr hohe Wertschätzung im Lande genießen. Alle, die wir im Lande sprechen konnten, waren aber ganz einverstanden: Es kann für Pakistan nur besser werden, wenn es eine neue Regierung geben wird.
Wir sind dabei, einige lokale Aktionen in Deutschland zu überlegen. Die Gemeinde Kevelaer am Niederrhein, die uns schon bei dem Tsunami in Sumatra Aceh so kräftig geholfen hat, plant eine Benefiz Veranstaltung unter der Leitung unserer Mitkämpferin, der Ärztin Dr. Elke Kleuren Schrivers. In Kevelaer wird man sich zum Ziel setzen, 10 Häuser für die Flutopferfamilien zu spenden und zusammenzukriegen. Am 24. Oktober hat der Siegburger Madrigalchor ein Konzert in Siegburg gegeben, die Einnahmen in Höhe von ca. 2.000 Euro können wir für zwei Häuser verwenden.
Gegenwärtig arbeiten Martin Mikat und Thomas Just in unserem Projekt. Nedim Goletic ist am 29. Oktober wieder nach Hause (Deutschland-Mönchen-Gladbach) geflogen. Wir brauchen dringend neu Mitarbeiter, die Arbeit wächst den beiden über den Kopf.
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Nelson Mandela:
Wer Haß spürt,
kann nicht frei sein.
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Bombardierungen und Nothilfe - Pakistan gerät in eine schwierige Menschenrechtslage
Eröffnung der 20. GRUENHELME Schule in Drahttut in West-Afghanistan
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